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Wussten Sie, dass Viren Wutanfälle mögen? Schon wenige Stresshormone können unsere Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Wie wir unser Immunsystem wirksam vor Herpes und Co. schützen können.

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Neu mit Karton: Neuer, unbenutzter und nicht getragener Artikel, in der Originalverpackung (wie z. B. ... Mehr zum Thema Zustand
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Stil: Sneaker
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Martin Behrens geht zu einem ganz normalen Vorstellungstermin. Doch das 10-minütige Gespräch löst in seinem Körper Reaktionen aus, die einer schweren Lungenentzündung ähneln. Wie kann das sein?

Heidelberger Forscher haben in einem Experiment entdeckt, dass die Abwehrzellen des Immunsystems schon kurzzeitigen Psychostress genauso bekämpfen, wie sie feindliche Bakterien attackieren. Dabei sondern die Immunzellen zu ihrer Verteidigung Gifte ab, die nicht nur andere Zellen, sondern auch sie selbst schädigen. Folge: Der Immunstatus sinkt – und das Risiko, sich jetzt eine Infektion einzufangen, steigt um das Vielfache.

 

Warum Viren Wutanfälle mögen

Aber warum gerät unsere Abwehr bereits bei kleinen Belastungssituationen derart außer Kontrolle? Antwort auf diese Frage liefert die Psycho-Neuro-Immunologie (PNI). Die noch junge Fachrichtung erforscht, wie Seele, Nervensystem und Immunsystem sich gegenseitig beeinflussen. Bisher ging man davon aus, dass nur lang andauernde Belastungen unsere Abwehr schädigen. Inzwischen mehren sich jedoch die Hinweise, dass selbst akuter Stress die Arbeit des Immunsystems beeinträchtigt. Schon ein spontaner fünfminütiger Wutausbruch hat Folgen für unseren Körper: Unsere Abwehrkräfte liegen danach bis zu sechs Stunden am Boden.

Übrigens gilt die früher verwendete Einteilung zwischen positivem und negativem Stress als überholt. Heute weiß man, dass beide Arten schaden. „Positiven Stress hält der Körper nur länger aus“, sagt Prof. Dr. Isabella Heuser, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité.

 

Warum bei Herausforderungen die Ausschüttung der Stresshormone ansteigt

Ob wir Stress nun als Herausforderung oder als Last empfinden, ist also einerlei, denn die Auswirkungen bleiben gleich: Die Ausschüttung der Stresshormone steigt an, zugleich fährt unser Körper die Produktion von Abwehrzellen zurück. Folge: Wir werden anfälliger für Keime, die uns unter normalen Umständen nichts anhaben würden. Aber wie kann ich mein Immunsystem vor Überlastung schützen? „Niemand ist dem Stress hilflos ausgeliefert“, sagt Prof. Dr. Sepp Porta, Leiter des Instituts für Angewandte Stressforschung in Bad Radkersburg (Österreich). Mit dem richtigen Stress-Management können wir ihn effektiv abbauen.

 

Warum Rituale uns vor Schnupfen schützen

US-Forscher fanden heraus, dass Büroarbeiter alle 11 Minuten unterbrochen werden – von E-Mails, Anrufen und sonstigen Störfaktoren. Bei unkontrollierbarem Arbeitsstress kann man mit Ritualen gegensteuern. Der Kaffee morgens um zehn oder ein kleiner Spaziergang nach dem Mittagessen gliedern den Arbeitsalltag in überschaubare Einheiten und bringen eine verlässliche Struktur ins Leben. Dazu Stressexperte Prof. Porta: „Wenn diese wie ein Ritus eingehalten werden, bauen sie Anspannung und Stresshormone ab – und verhindern das Abgleiten in Krankheiten.“

 

Warum Zink an vorderster Virenfront kämpft

Lang anhaltender Stress sorgt für einen akuten Zinkmangel im Körper. Fatal, denn das Spurenelement ist für eine optimale Funktion des Immunsystems unerlässlich, sagt die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik. Es schützt die Schleimhäute, erschwert das Eindringen von Viren. Empfohlene Immunschutz-Dosis pro Tag: 15 mg Zink (z. B. Zink Verla aus der Apotheke).

Kaffee am Arbeitsplatz
Rituale, wie z.B. der Kaffee am Morgen, bauen Anspannung und Stresshormone ab© Fotolia
 

Wie Kneipp-Güsse unser Immunsystem trainieren

Seine Methode ist über 100 Jahre alt, die wissenschaftliche Forschung darüber noch jung: An der Universität Jena wurden jetzt 10 Wochen lang Patienten nach Sebastian Kneipp mit Waschungen und Güssen behandelt. Das Ergebnis gab Kneipp recht: Wichtige Immunzellen (Lymphozyten) vermehrten bei den Patienten um 13 Prozent, und zugleich sanken die Infekte bei Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion. Die wiederholende Anpassung an den Kältereiz stärkt das Immunsystem – für den so trainierten Körper bedeutet die Winterkälte weniger Stress. Tipp: Die tägliche Dusche mit zwei Heiß-kalt-Duschen (zumindest an Armen und Beinen) beenden.

 

Warum unsere Immunzellen Yoga lieben

Dass Entspannungstechniken ein probates Mittel gegen Stress sind ist nicht neu. Mediziner der Universität von Kalifornien haben jetzt aber entdeckt, dass schon täglich 12 Minuten Yoga-Training die Zahl der Antikörper erheblich steigert und zugleich die Aktivität jener Stoffe senkt, die Entzündungen auslösen können. Das sei ein entscheidender Beleg für ein starkes Immunsystem.

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Weshalb Pünktlichkeit Erkältungen verhindert

Negativer Stress entsteht vor allem dann, wenn wir die Kontrolle verlieren. Solange wir das Gefühl haben, die Situation im Griff zu haben, hält sich der Stress in Grenzen. „Klingt vielleicht langweilig, aber dagegen hilft Pünktlichkeit und gute Organisation“, sagt der Stressforscher Prof. Dr. Sepp Porta. Denn wer unter Zeitdruck steht, den Überblick verliert oder gar in Panik gerät, ist dem Stress vollkommen ausgeliefert. Krankheitserreger haben dann freie Bahn.

 

Warum ein Schlafminus unsere Abwehr stresst

Wer nachts weniger als sieben Stunden schläft, hat ein dreimal höheres Risiko, sich eine Erkältung einzufangen – das haben Forscher in Pittsburgh (USA) herausgefunden. Denn Schlaf wirkt wie ein Verstärker auf das Immunsystem. Die Zellen finden schneller an den Ort ihrer Arbeit und können sich leichter teilen. Das Stresshormon Cortisol, das die Immunabwehr bremst, kreist jetzt nur noch reduziert im Körper. Das Immunsystem arbeitet übrigens in zwei Schichten: Während es tagsüber in erster Linie mit der schnellen Abwehr von Krankheitserregern beschäftigt ist, festigt sich nachts sein Gedächtnis.

 

Wie Zuckerkügelchen den Kältestress vertreiben

Wer ständig friert, sobald es draußen kühler und feucht wird, setzt den Körper unter Dauerstress. Dagegen hilft die Homöopathie. Das Mittel „Meteoreisen Globuli velati“ aus Phosphor und Bergkristall (Apotheke) löst innere Verkrampfungen, bringt den Körper auf Wohlfühltemperatur und verhindert Erkältungen. Anwendung: Über drei Wochen lang täglich 5 Globuli unter der Zunge zergehen lassen.

Bestes Anti-Stress-Mittel Freunde
Das beste Anti-Stress-Mittel sind Familie und Freunde: Wo gute Gefühle und Fröhlichkeit regieren, haben Stresshormone keine Chance© Fotolia
 

Warum wir Stresshormone durch Muskelkraft abbauen können

In starken Belastungssituationen schießen Stresshormone ins Blut. „Wer sich ärgert, soll sich bewegen“, rät Experte Prof. Dr. Sepp Porta. Denn je mehr Stresshormone ins Blut strömen, desto schneller werden sie von stark ausgebildeten Muskelzellen abgefangen und entsorgt. Schon 30 Minuten Ausdauersport wie Jogging oder Radfahren reichen, um in der Beinmuskulatur die nötigen Impulse zur Neubildung von Zellen anzuregen.

 

Wie die Liebe Stresshormone vertreibt

„Das beste Antistressmittel gibt's nicht auf Rezept“, sagt Prof. Porta. Er spricht von der Liebe. Dazu zählen nicht nur geliebte Menschen, sondern auch lieb gewordene Gewohnheiten wie das jährliche Adventsbacken mit den Kindern oder der Fernsehkrimi am Sonntag. Denn wo gute Gefühle und Fröhlichkeit regieren, haben Stresshormone keine Chance.

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